Archiv für den Monat: April 2015

Null Toleranz bei Cannabis, oder was?

Dieser BRF-Artikel (bitte unbedingt das Soundfile hören!) ist viel zu Inhaltsreich, als das ich ihn mit den 150 beim BRF zur Verfügung stehenden Zeichen würdig kommentieren könnte…

Liebe Frau Cormann, lieber Herr Stefanowitz (hoffentlich richtig geschrieben),

in dem Kommentar beim BRF bemängele ich ja schon recht scharf, das Sie lieber die Jahrzehntealten, faktisch widerlegten, bzw. kausal sinnlosen Parolen einer primär Pharmafinanzierten Organistation dreschen statt sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer studierten Landesgenossen auseinander zu setzen. Ich mache das nicht wirklich gerne! Aber es muss sein! Es ist besser für das Gemeinwohl!
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch! Ich bin schon 100%ig auf einer Linie mit Ihnen was die Schutzbedürftigkeit für Heranwachsende betrifft – nutze dafür aber kausale Hintergründe und keine relativierbaren wie Sie! Alkohol kann nämlich, auch laut WHO UND der Wissenschaft, neben Kindern und Jugendlichen selbst bei Erwachsenen noch ganz plötzlich und unerwartet Schizophrenien,  Depressionen bis hin zum Selbstmord oder gar todbringende Gewaltausbrüche gegenüber Dritten auslösen… Trotzdem ist Alkohol, aus gutem Grund, nicht verboten – noch nicht mal der Konsum in Gegenwart Minderjähriger wird als falsch eingestuft – wofür es allerdings kaum gute Gründe gibt.

„Tom de Corte“, „Jan Tytgat“, „Brice De Ryver“, „Paul de Grauwe“ – sind die vier belgischen Professoren die keiner Lobby oder Privatorganisation gegenüber verpflichtet sind, und sich derzeit am intensivsten unter streng wissenschaftlichen Maßstäben mit der Thematik beschäftigen – BITTE erzählen und zeigen Sie diesen Herren doch mal persönlich Ihre Thesen und Informationsreferenzen und hören sich dann deren Antworten an!
Alternativ „lechze“ ich nach wie vor danach mit Politik, Polizei und Justiz in persönlichen Kontakt zu treten! Mein Haus steht nach wie vor allen aus Politik, Polizei und Justiz offen, auch kurzfristig! Cafe gibt es da immer und Kuchen geht ganz schnell – wer eine solche Zusammenkunft geheim halten will, dem unterschreibe ich gerne jede Stillhalteerklärung!

Jetzt möchte ich aber auf einige Ihrer anderen Aussagen eingehen und daraus einen „Musterkonsumenten“ konstruieren.

Laut Herrn Stefanowitz wird erst mal geguckt ob die Person Ü18 ist. Ja ist sie – ich lasse den Musterkonsumenten jetzt einfach mal 36 (doppelt so viel wie 18 und halb so viel wie die Lebenserwartung) sein. Der Konsument hat niemals Kontakt zu Minderjährigen, und konsumiert ausschließlich in der eigenen Wohnung.
Jetzt kommt Frau Cormann ins Spiel und überprüft die soziale Integration. Der 36jährige arbeitet seit 17 Jahren in dem Betrieb in dem er nach der Schule seine Ausbildung begann und ist nicht öfters krankgeschrieben, oder verspätet wie seine Kollegen. Er hat keine Vorstrafen, kein Führerscheinentzug und auch keine Auffälligkeiten auf seinem Bankkonto.
Jetzt fehlt nur noch die von Frau Cormann erwähnte Suchteinschätzung… macht Frau Cormann das selbst? Hat sie eine entsprechende medizinische und psychologische Ausbildung? Wie auch immer – mein „Musterkonsument“ konsumiert sehr regelmäßig ein bis zwei „Feierabendjoints“ – und das seit 20 Jahren – Damit sollte eine „kontrollierte“ Abhängigkeit  gegeben sein wie sie auch von mind. 500.000 Belgiern mit Alkohol praktiziert und von weiteren 10.000.000 Mitbürgern akzeptiert wird.
Was machen Sie nun konkret mit diesem Konsumenten Frau Cormann und Herr Stefanowitz?
Laut Ihren Aussagen in dem Interview erfüllt diese Person nämlich eigentlich keines der von Ihnen genannten KO-Kriterien… Wollen Sie diese Art Konsumenten kennen und kontrollieren können – oder möchten Sie das diese Menschen ihr Geld weiterhin der Organisierten Kriminalität geben? Wäre es nicht schön, wenn Sie irgendein Mittel an der Hand hätten mit dem Sie diese Art Konsumenten von anderen Konsumenten unterscheiden könnten?

Sie beide könnten – wenn sie wollten! Eine großzügige (in der Art meines vorgeschlagenen Modells für die DG) Auslegung der Duldungsregel von 2003 könnte „Wunder“ bewirken – ein weitaus strengeres Modell, welches ich nach meinem Urlaub vorstellen werde, böte immer noch Raum wenigstens einige der „Gesellschaftstauglichen“ Konsumenten (die in der Art meines Musterkonsumenten) aus der Geldgeberliste für Kriminelle zu entfernen.

Sie beide wissen doch auch ganz genau, das sich international etwas bewegt (gelesen/gehört was Obama bei der Südamerikakonferenz in Jamaica letzte Woche geäußert hat?).  Diese Entwicklung kann man ignorieren und dann über sich ergehen lassen – in der Folge gibt es bald mitten in Eupen „Coffeeshops“ an denen der Staat nicht halb so viel verdienen wird wie möglich wäre obwohl das Gras dort teurer sein wird wie heute auf dem illegalen Markt.
ODER
Man stellt sich der Entwicklung, analysiert sie und versucht die Fehler der Vorreiter zu vermeiden. ICH will KEINE Coffeeshops in den Centren! Ich will keine Verhältnisse in der ein Erwachsener ungestraft beim Drogenkauf oder/und Konsum von Minderjährigen gesehen werden kann. Und ich will nicht das Kriminelle oder börsennotierte Unternehmen an Cannabis verdienen sondern der Staat damit er damit eine vernünftige Aufklärung und Schadensbehebung finanziert!

Wer in der Öffentlichkeit das Thema Drogen behandelt, sich aber weigert mit oben genannten Professoren oder mir zu sprechen der will/bewirkt wissentlich oder fahrlässig das genaue Gegenteil von dem was ich bzw. auch die Professoren wollen…
BITTE denken Sie drüber nach und probieren Sie dann mal meinen Cafe und den Kuchen meiner Frau… 🙂