Archiv für den Monat: November 2014

(Wie) will ich mich interviewen lassen? – Offene Antwort

Ein Teil der ostbelgischen Medien ist auf mich aufmerksam geworden. Dazu folgendes Zitat aus der letzten Mail des „Mediums“:

Unser Interesse an einem Interview ist in erster Linie geweckt worden, weil sie einen interessanten Vorschlag (Legalisierung von Cannabis in  der DG) gemacht haben, damit die DG mehr Einnahmen verbuchen könnte.

Zuvor fragte man meine grundsätzliche Bereitschaft zu einem Interview an, worauf ich folgendes antwortete:

Ein ganz klares Ja! Aber… ich würde das gerne im „Umfeld“ meiner Bewerbung für den „Roger Bosten Fonds“ siehe auch mein Kommentar http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?aid=0f73f92a-dcf8-4a0a-8742-c4b728961fd4&mode=all&arv=1 erledigen können… Sobald ich mein Bewerbungskonzept verschriftlicht habe seid ihr die ersten die es zu lesen bekommen – das wird dann auch ein guter und würdiger „Aufhänger“ für ein Interview sein.

Da ich ja noch nie einen wirklichen Vorschlag zur „LEGALISIERUNG von Cannabis in der DG“ gemacht habe – sondern nur einen Weg beschreibe – wie innerhalb des existierenden Verbotes und der zusätzlich geltenden Duldungsregeln die Gewinne der Organisierten Kriminalität zu Gunsten der Bevölkerung umgeleitet werden könnten – scheint also auch bei denen die mich interviewen wollen noch ein gewisses Verständnis- oder Informationsdefizit vorzuliegen ;-). Nicht nur dieses Missverständnis möchte ich mit meinem Konzept zu der „Roger Bosten Fonds Ausschreibung“ ausräumen – bevor die Zeit für weitergehende Schritte gekommen sein wird.

Da ich den Rahmen, mit dem ich mich für den „Roger Bosten Fonds“ bewerben will aber noch überhaupt nicht veröffentlicht habe muss ich das hier jetzt mal „schnell“ nachholen:

Folgender Auszug aus oben bereits verlinktem GE-Artikel trifft bei mir natürlich mitten ins Schwarze:

Im Fokus sollten dieses Mal folgende Themen stehen: Prävention und Bekämpfung von Drogen- und Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen,…

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass der Kern aller Drogenprobleme in zwei Dingen zu suchen ist.
A) Ungenügende Aufklärung.
B) Fehlende bzw. mangelhafte staatliche Regulierung.

Ohne im Vorfeld die nötige Aufklärung geleistet zu haben ist es illusorisch zu glauben das konkrete Regulierungsmodelle für Cannabis durchgesetzt werden könnten.
Darum möchte ich mit Hilfe des „Roger Bosten Fonds“ der Bevölkerung in Ostbelgien die Möglichkeit geben sich möglichst breitbandig zum Thema Drogen informieren zu können.

Da weder ich das Preisgeld einstreichen möchte, noch eine andere Organisation mit diesem Geld etwas „wirklich Weltbewegendes reißen“ können wird, schlage ich vor das alle in der DG mit der Drogenproblematik betroffenen bzw. „sich dazu berufen fühlenden“ Organisationen, Institutionen und Personen (6 – 12 Stk.) ein Jahr lang jeden Monat 1x ein öffentliches „Forum“ bilden.
Jede der „Organisationen“ bekommt an jeweils einer der Zusammenkünfte die Gelegenheit über sich, ihre Meinung, Tätigkeit oder sonstiges Drogenbezogene Thema ausgiebig zu „referieren“. Im Anschluss an die „Vorträge“ bekommen die anderen Forenmitglieder kurz Gelegenheit zu dem Referat Stellung zu beziehen. Danach begibt sich das „Forum“ in das offene Gespräch mit der Bevölkerung.

Der „Roger Bosten Fonds“ stellt Räumlichkeiten, Technik (Beamer, Flipboard, Videomitschnitt, etc.) und einen „neutralen“ Gesprächsleiter. Des Weiteren hilft der Fonds eine möglichst hochkarätige Besetzung des Forums zusammengestellt zu bekommen.
Zu meinen Traumpartnern würden auf jeden Fall Vertreter der DG-Parteien, Justiz und Polizei zählen. Unglaublich würde ich mich auch über beteiligende Medien (GE, BRF) die zusätzlich zu eigenen journalistischen Beiträgen u.U. auch sehr gut externe Fachleute laden könnten?!
In der Summe würden wir der Bevölkerung und damit unseren Kindern einen unsagbaren Dienst erbringen! Denn nichts schützt Kinder besser vor Drogen wie Eltern die wissen wovon sie reden wenn sie von Drogen reden und nicht nur glauben sie wüssten wovon sie reden!

Ich möchte natürlich ein Mitglied dieses Forums sein. Des Weiteren werde ich alles in meiner Macht stehende tun um den „Roger Bosten Fonds“ bei der Durchführung dieser Veranstaltungen zu unterstützen. Für alle Veranstaltungen zu denen die anderen Forenmitglieder keinen Vortrag halten wollen/können erkläre ich mich bereit einen „Ersatzbeitrag“ zu erarbeiten.

Insbesondere angesichts der aktuellen globalen Diskussion und Entwicklung wäre es doch fast schon „grob fahrlässig“ irgendeiner einzelnen Kampagne/Organisation oder Person das Geld „hinterher zu werfen“ und so der Bevölkerung die Gelegenheit zu nehmen sich eine freie und selbst gebildete Meinung, über den „Stand der Zeit“ in Relation zu den Ansichten und Erkenntnissen der Forenmitglieder, machen zu können!

Da auch mein ganz persönliches Interesse im Grunde viel mehr im Bereich „Prävention durch Aufklärung“ zu suchen ist denn darin mit einem zu früh präsentierten, weil nicht verstandenem, Regulierungskonzept Türen zu zuschlagen… sage ich im Moment also noch ein ganz klares NEIN zu einem Interview in Sachen „Cannabis Regulierungsmodell“ aber auch ein ebenso klares JA zu jeglicher Frage in Sachen „Roger Bosten Fonds“.

Mit diesem Vorschlag werde ich definitiv an die breite Öffentlichkeit gehen – denn er ist, spätestens nach einer Machbarkeitsanpassung die durch den Fond und die Forenmitglieder erfolgen soll, richtig gut!
Alle die, die aufgrund ihres Amtes oder ihrer Position mit auf das Forum gehören – sich einer solch breitbandigen und ergebnisoffenen Diskussion aber nicht stellen fürchten einzig das Ergebnis weil sie bereits wissen das es im Widerspruch zum eigenen Dogma ausfallen wird. DANKE dass diese Realitätsverweigerer dem Forum fern bleiben und so erst die Basis für eine konstruktive Arbeit bilden!

 

Die USA legalisieren weiter…

In unserer Nacht vom 04.11 auf den 05.11 haben sich die Bürger drei weiterer US-Staaten für einen legalisierten bzw. effektiv entkriminalisierten Umgang mit Cannabis ausgesprochen.

  • Oregon – „Legalisierung“ ähnlich den Modellen in Colorado und Washington(State)
  • Washington D.C – „effektive Entkriminalisierung“ 60gr. / 6 Pflanzen. – (wegen des Sonderstatus von Washington(D.C) muss der Kongress noch zustimmen).
  • Alaska – „Legalisierung“ ähnlich den Modellen in Colorado, Washington(State) und Oregon. – (sehr knappe Entscheidung (52% Ja) und zum Zeitpunkt des Artikel schreibens sind erst 3/4 der Stimmen ausgezählt – da aber auch die ersten seriösen US-Nachrichten davon ausgehen das es nicht mehr kippen kann… bin ich zuversichtlich.)

In Florida ist trotz einer Zustimmung von 57%  ein Antrag auf „legalisiertes medizinisches Cannabis“ gescheitert. – Es wären mind. 60% Zustimmung notwendig gewesen… (sehr demokratisch 🙁 )

Ich freue mich natürlich RIESIG über diese Entwicklung – auch wenn ich die Colorado, Washington(State), Oregon und Alaska – Modelle kritisch sehe – „im Zweifel“ zählt natürlich auch für mich wie effektiv der Mafia der Markt entrissen werden kann und wieviel man davon in den Steuersäckel transferieren kann… und da ist das alles schon deutlich effektiver wie ein Totalverbot!
Das der Staat sich und die Konsumenten damit immer noch selbst betrügt und dem, dann halt legalen, Cannabusiness noch Gewinne zugesteht die eigentlich den nicht konsumierenden Steuerzahlern zustehen – ist für mich ein klares Indiz, das die Menge an „Cannabis-Lobbyisten“ die primär die Gesellschaft und den Konsumenten vertreten – gegen Null läuft! Das eine Privatperson sich an einer Droge „über Gebühr“ bereichern kann sollte doch grundsätzlich verhindert werden!

„Streicheleinheiten“ für die „Kiffer“ – II

Liebe Konsumenten!

Ja, ich weis! Aus eurer Sicht hört sich das was ich versuche zu vermitteln meistens nicht „so prickelnd“ an. Das was den meisten Konsumenten (insbesondere den Jüngeren) an „heiler Cannabiswelt“ vorschwebt ist faktisch nicht das was der Gesamtgesellschaft am besten tut! Coffeeshops a la Amsterdam sind ebenso unvernünftig wie Eltern die sich im Beisein ihrer Kinder auf einer Terasse oder dem Schützenfest betrinken. Niemand kann leugnen das Cannabis bei einem kleinen Tei seiner Konsumenten (ähnlich wie beim Alkohol) in einem „problematischen Muster“ konsumiert wird. Völlig unabhängig davon, das der mit „problematischem Cannabiskonsum“ einhergehende gesellschaftliche Schaden viel geringer dem von Alkohol ist… stehen wir trotzdem oder gerade deswegen in der Pflicht diese Problemkonsumenten, Miderjährigen und Nichtkonsumenten vor einem allzu öffentlichen Angebot bestmöglich zu schützen.

Vorrangegangener Artikel:
“Streicheleinheiten” für “die Kiffer”?!

Bitte diskutiert mit mir! Ich bin sicher erklären zu können warum es auch für Konsumenten in „meinem System“ letztendlich gerechter zugehen wird wie in jedem anderen.

Bart de Wever contra Maggie de Block – I

Es war zu erwarten, das Bart de Wever nicht lange auf sich warten lässt, nachdem Maggie de Block die Cannabisfrage so einschätz,t das sie „wenigstens eine Untersuchung wert sei„.

So wie es sich für einen konsequent wissenschaftsverachtenden, rückwärtsgewandten und dogmatischen Nationalkonservativen wie de Wever gehört kommentiert er das wie folgt:

Men kan onderzoeken wat men wil, maar dit wordt geen beleid. Er komt geen beleid van vrije verkoop van cannabis, integendeel.

Jedem Menschen mit nur halbwegs klarem Verstand müssen sich bei einer solchen Aussage die Haare zu Berge stellen!
WIE kann man nur eine wissenschaftlich basierte und zudem ergebnissoffene Untersuchung der Situation ablehnen? So etwas macht man doch nur, wenn man das Ergebnis fürchtet, aber niemals wenn man sich der Richtigkeit seiner Sache sicher ist!
Desweiteren offenbart sich überdeutlich, das Bart de Wever sich nicht einmal die Mühe gemacht hat den Ursprung von Maggies Aussagen zu verstehen. „Stein des Anstoßes“ ist das Buch „De Derde Weg“ der Rechtsproffessoren „Bryce De Ryver“ (B) und „Cyrille Fijnout“ (NL). Darin wird u.a.  ein Weg beschrieben, der eben KEINEN „freien Verkauf“ beinhaltet. Die Proffessoren beschreiben in der Grundstruktur ziemlich präzise das Modell welches auch ich vertrete – eigentlich das erste Mal, das ich so richtig durch und durch zufrieden bin mit dem was andere fordern… 😉

Mal von allen Fakten abgesehen:
Wie Größenwahnsinnig ist der Bart eigentlich? Er mag ja einigen Rückhalt in Flandern haben… aber das ist doch NICHTS gegen den Rückhalt den Maggie zusätzlich auch aus der Wallonie erwarten darf! Maggie im Machtgerangel mit Bart – was besseres kann Belgien eigentlich überhaupt nicht passieren!

Maggie de Block – Im Rückwärtsgang nach Vorne…?

Nachdem die Kriminologen „Brice De Ryver – Belgien“ und „Cyrille Fijnaut – Niederlande“ im Gespräch mit dem „De Standaard“ anläßlich ihrer Buchveröffentlichung „De Derde Weg“ noch einmal bekräftigten, das in Sachen Cannabis „Platz für ein beschränktes, reguliertes Angebot sein sollte“ fühlt sich auch unsere Gesundheitsministerin, äußerst zeitnah (danke), zu einem Statement gedrängt…

„Het is minstens het onderzoeken waard“

„We moeten erover samenzitten met Justitie en met Binnenlandse Zaken en met de deelstaten. Zij zijn verantwoordelijk voor preventie.“

De Block bevestigt dat het gedoogbeleid wordt verstrengd, zoals in het regeerakkoord staat. „Maar De Ruyver heeft een punt. Alleen een te repressief beleid voeren, haalt weinig uit.“

DeMorgen
Newsmonkey.be

So etwas geht wirklich nur in Belgien… 🙂
Maggie bestätigt, das die, eh schon sehr strengen, Duldungsregeln noch strenger werden sollen – und im gleichen Satz sagt sie, das ein ausschließlich repressiver Umgang nicht viel ausrichtet.

Ich habe da die passende Lösung! Und mit Maggie de Block habe ich endlich auch politisch mal ein echtes Pfund an meiner Seite … *lach*
JA, ich glaube wirklich daran, das man die aktuellen Duldungsregeln auf der einen Seite  verschärfen (zum Schutz der nicht konsumierenden Gesellschaft) und auf der anderen Seite lockern (für die Konsumenten) sollte – denn das macht Sinn!

Wie das gehen kann?
Angenommen, die aktuell gültigen Regeln würden wie folgt verschärft:

  • Konsum in der Öffentlichkeit – Totalverbot!
  • Transport von unversiegeltem Cannabis – Totalverbot!
  • Handel außerhalb der offiziellen Abgabestellen – Totalverbot!

Andererseits würden die Regeln aber wie folgt erleichtert:

  • Zusätzlich zu einer Pflanze „in Blüte“ wird jedem Konsumenten auch eine Pflanze „in Vorbereitung zur Blüte“, eine Pflanze „als Mutter“ und 10 Stk. max. 4 Wochen alte „Stecklinge“ zugestanden.
  • Konsumenten dürfen alternativ zum, Eigenanbau ihre „Lizenzen“ auch an staatlich zertifizierte Abgabestellen/Züchter geben. (ähnlich diesem Konzept hier)
  • Versiegeltes Cannabis aus einer Abgabestelle darf nach Hause transportiert werden.

Ein sicheres Lizenzsystem welches die Anonymität der Konsumenten wahrt – dem Staat aber trotzdem sehr präzise Kontrollen bei den Züchtern und Abgabestellen ermöglicht habe ich hier schon mal grob angedacht.

Meine Aussage aus diesem Artikel:

Mein Versuch hingegen ein Modell zu entwickeln/vorzuschlagen das von Justiz, Gesellschaft und Konsumenten annahmefähig gewesen wäre ist vorerst gescheitert. Die nun nicht mehr gegebene Möglichkeit, versiegeltes, Cannabis von einer “Abgabestation” in das Heim des Konsumenten bringen zu können macht das Verfahren hinfällig.

ist dann doch etwas verfrüht gewesen – wenn schon in der Regierung selbst kein Konsens herrscht! Also plane ich auf den oben genannten 6 Änderungspunkten weiter – denn das ist der einzig funktionierende Minimalkonsens welcher eine Chance haben könnte. Noch mehr Verbote oder noch weniger Pflanzen eröffnen blos den illegalen Anbietern wieder alle Wege!